Johanniskraut


Hypericum perforatum das "echte Johanniskraut" war zurecht Arzneipflanze des Jahres 2015. Seine heilenden Wirkungen bei Depressionen, Angst-störungen, innerer Unruhe, seine blutdrucksenkende Wirkung, Wechsel-jahrsbeschwerden, PMS, Kopfschmerzen aber auch die heilende Wirkung bei Sonnenbrand, Narben und Verletzungen sind allesamt erforscht und bewiesen. Das macht das Johanniskraut zu einem sehr interessanten Pflanze für fast jeden.


Heuer schreitet das Jahr sehr schnell voran und ich konnte schon die ersten Blüten des Johanniskraut in meinem Garten ernten. Wobei man ihm an seinem Jahrestag am 24.6. gesammelt die größte Wirkung nachsagt.


Achtung: Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlich. Man sollte es nie anwenden bevor man in die Sonne geht!

Es regt die Leberfunktion an und kann so Medikamente schneller abbauen, als gewünscht. Vorsicht ist zum Beispiel bei Herzmedikamenten oder der Anti Baby Pille geboten.


Die Legende des Johanniskraut: Als Johannis der Täufer ermordet wurde floss sein Blut auf die Erde und aus Abscheu gegenüber dieser Tat spross daraus das Johanniskraut mit seinen herrlichen gelben Blüten. Der Teufel war darüber so zornig und zerstach dem Pflänzlein daraufhin seine Blätter.


Heute erkennt man das echte Johanniskraut an den gezahnten Blütenblättern, an den zerstocken scheinenden Blättern und am sichersten, wenn man die Blüte zwischen zwei Fingern zerreibt, dass die rote Farbe aus den Öldrüsen die Finger rot färben.



Wissenswertes:

  • Wo? Auf warmen sonnigen Böschungen, Wiesen, Waldrändern. Aber auch sehr gut in den eigenen Garten zu setzen.

  • Was? Verwendet wird hauptsächlich die Blüte, aber auch das Blattwerk des oberen Drittels der Pflanze

  • Wozu? Das im Johanniskraut enthaltene Hypericin ist der Hauptwerkstoff, neben Phytosterin, ätherischen Ölen, Gerbstoffen, roten Farbstoff und Rutin. Diese wirken entzündungshemmend, blutverbessernd, beruhigend, nervenstärkend und schmerzlindernd.

  • Das heißt? Johanniskraut ist die erste Wahl bei einem angegriffenen Nervensystem. Hildegard von Bingen beschrieb es als "die Arnika der Nerven" . Innerlich angewendet hilft es bei Depressionen, hormonellen Störungen, verringert Schmerzen bei Brandwunden. Äußerlich angewendet als Absud oder Kompresse mit Öl oder Salbe hilft es bei gichtartigen oder rheumatischen Schmerzen, bei Ischiasschmerzen, Seitenstechen, Hexenschuss, Blasenentzündung, Gelenksentzündungen, Gürtelrose, Venenentzündung usw. (Aber bitte, es ersetzt nicht den Gang zum Arzt!)

  • Wie? Blüten, Blätter als Öl, Tee. Absud, Salbe oder Tinktur verwendet. Traditionell gehört das Johanniskraut in den Sonnwendkräuterbuschen oder ins Kranzl. Die bäuerliche Küche kennt Johanniskraut als ein herrlich rotes Nerven Schnapserl.


Meine Rezepte:


Tee bei melancholischen Zuständen, Überanstrengung, nervösen Herz, Zittern der Gliedmaßen, Magenleiden, Magen- Darm und Unterleibskrämpfen:

2 TL getrocknetes Kraut mit 250 ml kalten Wasser mindestens 30 Minuten ansetzten und dann langsam erwärmen, kurz ziehen lassen, abseihen und trinken. Höchsens 3 Tassen täglich.


Das berühmte "rot Öl"

In einem Schraubglas Blüten etwas anquetschen und mit guten Olivenöl bedecken und ca. 4 Wochen sonnig ausziehen lassen, abfiltern und in dunklen Flaschen lagern oder weiterverarbeiten. Hauptbestandteil einer guten Kräuterhausapotheke!


Johanniskraut Tinktur:

In einem Schraubglas Blüten etwas anquetschen mit hochprozentigen Alkohol (guter Obstbrand oder Weingeist aus der Apotheke) übergießen. Den Ansatz für ca. 3 - 6 Wochen sonnig(!) lagern und täglich 1x bewegen. Abschließend abfiltern und in dunklen Flaschen lagern. Täglich oder bei Bedarf 20 Tropfen mit etwas Wasser einnehmen. (Tipp ein bisserl Zucker und als Likör ist es auch sehr schmackhaft) Die Tinktur hält mehrere Jahre.


Alles Liebe, gutes Gelingen

Angelika


hier erkennt man die "zerstochenen" Blätter und die Form der echten Johanniskrautblüte sehr gut



© 2018 by Bauern Kräuter Gartl - Proudly created with Wix.com

Impressum - Datenschutzerklärung - Quellen