Der kriechende Günsel

Der kriechende Günsel (Ajuga reptans) auch Kuckucksblume oder nur Günsel genannt ist ein sehr hartnäckiges "Rasenunkraut". Wenn er sich einmal einen Standort erobert hat, können es ganze Teppiche werden, die sich sehr bald vom normalen Rasengrün abheben und nicht immer so willkommen sind. Auf meinem Rasen darf er bleiben, denn ich nütze ihn für mich und zwar so:



Wissenswertes:

  • Wo? Günsel wächst an feuchten Wiesenrändern, aber auch in Laub- und Mischwäldern. Gerne steht er unter Hecken und Zäunen.

  • Was? Verwendet wird das blühende Kraut

  • Wozu? Hauptsächlich enthält der Günsel ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Diese sind leberwirksam, enthzündungshemmend und schmerzstillend.

  • Das heißt? Der Günsel wirkt positiv auf die Leber - nach zB Alkoholkonsum, bei Krankheiten die mit der Leberfunktion in Zusammenhang stehen, wie zB Gicht, äußerlich wie innerlich angewendet. Aber auch eine Salbe bei Prellungen, Quetschungen usw. kann gute Dienste tun. Volksmedizinisch sagt man ihm eine nakotische (schmerzstillende), leicht blutdrucksenkende Wirkung nach. Leichte innere Blutungen soll er stillen - da sind zB Rötungen im Gesicht, Hals und Rachenraum gemeint.

  • Wie? Beim Günsel werden die jungen Triebspitzen verwendet. Diese eignen sich sehr gut für die Kräuterküche, als zB Ergänzung in Salaten. Auch in den "Haustee" gemischt, bringt der Günsel Bereicherung. Ich persönlich schätze den Geschmack in meinem Frühlingskräutersalz, das ich mir so bald es mir möglich ist im Frühling zubereite und den ganzen Sommer genieße und die Kraft der jungen Triebe spüren lässt. Heuer habe ich mir ein Frühlings-Kräuter-Schnapsl angesetzt - davon werde ich noch berichten - da gehört für mich der Günsel auch dazu.


Meine Rezepte:


Tee bei übermäßigen Alkohol Konsum:

1 TL getrocknetes oder frisches Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und nach 5 Minuten Ziehzeit langsam genießen. (eine Tasse etwas später ev. eine 2. genügen - Wunder bitte woanders bestellen :-) )


Gesichtswasser und Gurgelwasser:

1 TL getrocknetes Kraut als Tee (Absud) zubereiten und ca. 15 Minuten ziehen lassen, auf ein Tuch und auflegen bzw. abgekühlt zum Gurgeln verwenden.


Salbe: (genaues Grundrezepte in einem anderen Beitrag)

Öl Mazerat (Kaltauszug siehe unten, aber auch ein Warmauszug ist möglich) herstellen und auf 100 ml Öl 5 g Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und Abfüllen.


Für die Gicht:

Frische Günseltriebe etwa um die Mittagszeit pflücken und den restlichen Tag auf einer Küchenrolle abtrocknen lassen (Schatten). In gut flüssiges Öl einlegen (zB Sonnenblumenöl) Alle Pflanzenteile müssen bedeckt sein. Das Glas offen stehen lassen. Die erste Woche täglich umrühren, damit Restfeuchte entweicht. 2. Woche das Glas mit etwas Luftdurchlässigen abdecken, damit keine Fliegen, Staub usw. hineinfallen kann. Zwischen 4 und 6 Wochen ausziehen lassen. Und dann in dunkle Flaschen lagern bis zu deren Einsatz. (Beschriften mit Haltbarkeitsdatum des Öles!)

Mein Vater hat Gicht in der Balle des großen Zeh. Sehr rot, berührungsempfindlich und geschwollen. Hier heißt es: ja nicht berühren, denn alles schmerzt fürchterlich. Er stellt dann den Fuß in eine große Schüssel (Wanne) und gießt vorsichtig und langsam das Öl darüber (darum ein gut flüssiges Öl verwenden). Aufgrund der Schmerzen wird nicht einmassiert oder nur so viel wie auszuhalten ist berührt. Ein Grünseltee hilft hier auch innerlich sehr gut. (Etwas Mädesüß, wegen der Schmerzen dazu) Zubereitung wie oben.

Ich experimentiere noch mit der Gicht, da mein Vater sehr leidet. Ich werde vielleicht noch das ein oder andere zur Gicht schreiben und ausprobieren um die quälenden Schmerzen zu lindern.


Ich hoffe Euch gefällt diese Pflanze auch so gut wie mir und Ihr wiest jetzt um das "Rasenunkraut" besser bescheid.


Alles Liebe, gutes Gelingen

Angelika



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